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Thema der Woche

12.03.2022

Konjunktur in den E-Handwerken bleibt stabil auf hohem Niveau

Die neue Konjunkturumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zeigt eine gute Geschäfts- und Auftragssituation in den E-Handwerken.

Mit den von der Regierung beschlossenen Lockerungsschritten zeichnet sich nach zwei Jahren Corona-Pandemie erstmals ein zarter Silberstreif am Horizont ab. Gute Aussichten für die Elektrohandwerke, die insgesamt gut durch die Pandemie gekommen sind.

Auch für die vergangenen sechs Monate zeigt die traditionelle Frühjahrskonjunkturumfrage des ZVEH wieder einen stabilen Geschäftsklimaindex. Mit 83,9 Punkten hat sich dieser auf einem hohen Niveau eingependelt. Die Daten sind repräsentativ: Vom 14. bis zum 18. Februar wurden rund 18.000 Betriebe befragt, rund 1.400 Innungsbetriebe beteiligten sich an der Umfrage.



Gewinnentwicklung der vergangenen sechs Monate

71,3 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, ihre Geschäftslage sei gut bis sehr gut. 25,1 Prozent sind zufrieden mit der Geschäftssituation und weniger als vier Prozent (3,5 Prozent) meldeten, dass ihre Situation gegenwärtig schlecht ist. Negativ auf das Geschäft wirkten sich vor allem die Materialengpässe und Lieferverzögerungen in vielen Produktbereichen sowie die damit verbundenen Preissteigerungen aus. Sie führen dazu, dass Betriebe Aufträge nicht abarbeiten können; auf den Preissteigerungen bleiben sie teilweise sitzen. Entsprechend gaben 35 Prozent der Betriebe an, dass ihre Gewinne infolge der Lieferengpässe und Preissteigerungen stark oder sogar sehr stark gesunken seien. Quarantänebedingte Mitarbeiterausfälle (oder Ausfälle durch die Betreuung von Kindern) führten in 21,1 Prozent, Hygieneauflagen in 23,2 Prozent der Betriebe zu starken oder sehr starken Gewinneinbußen.

Dass insgesamt mehr als 96 Prozent der Betriebe die Geschäftssituation derzeit als gut oder zumindest zufriedenstellend bewerten, zeigt jedoch, dass selbst die genannten Corona-Effekte den positiven Trend in den E-Handwerken nicht stoppen konnten! Das belegt auch der Vergleich mit dem sehr guten Vor-Corona-Jahr 2019. So gaben bei der Frühjahrskonjunkturumfrage 2022 immerhin 75,2 Prozent der Firmen, die 2019 Gewinne erzielten, an, dass sie diese hätten halten oder sogar steigern können.



Mit Optimismus Richtung Zukunft

Auch die Einschätzungen für die kommenden Monate fallen überwiegend positiv aus: 27,7 Prozent der Unternehmen glauben aktuell, dass sich ihre geschäftliche Situation künftig weiter verbessern wird. 62,3 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Situation aus. Zu der positiven Sicht trägt – neben der wachsenden Bedeutung der E-Handwerke bezüglich der Erreichung der Klima- und Digitalisierungsziele – vermutlich auch die Tatsache bei, dass über die Hälfte (50,7 Prozent) der Betriebe meldet, ihr Auftragsvolumen bei privaten Auftraggebern in den letzten sechs Monaten nochmals gesteigert zu haben.

Fachkräftebedarf bleibt hoch

Was positiv klingt, ist unter dem Aspekt des wachsenden Aufgabenspektrums in den E-Handwerken durchaus ein zweischneidiges Schwert. Denn für die Abarbeitung der recht großen Auftragspolster braucht es Personal. Und das ist angesichts rasant wachsender Aufgaben aufgrund von Digitalisierung und Energiewende einerseits sowie der demografischen Entwicklung andererseits bereits jetzt knapp.

Anzeichen dafür liefert auch die aktuelle Konjunkturumfrage: Die Zahl der offenen Stellen, im Frühjahr zwar wegen der (noch) offenen Ausbildungsplätze traditionell höher, stieg wieder an und ist mit 63,9 Prozent annähernd so hoch wie im Frühjahr 2020, vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Dazu passt, dass sich die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter nach Jahren des Wachstums zu stabilisieren scheint. So meldet zwar ein Sechstel der Betriebe (16,4 Prozent), dass die Zahl der Mitarbeiter in den letzten sechs Monaten gesteigert werden konnte. Annähernd ebenso viele Betriebe (15,9 Prozent) verzeichnen jedoch Mitarbeiterrückgänge.

Politik soll mit Maßnahmen unterstützen

Der ZVEH hatte bereits Anfang Januar 2022 darauf verwiesen, dass das über ein Jahrzehnt anhaltende organische Wachstum der E-Handwerke allein nicht mehr ausreichen wird, um zukünftige Märkte versorgen zu können und klargemacht, dass es dringend Maßnahmen wie zum Beispiel einer Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung bedarf. Hier sieht der Verband auch die Bundesregierung in der Pflicht und fordert, den Aufbau künftiger Fachkräfte mit politischen Maßnahmen zu flankieren.

„Die aktuelle ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage zeigt: Die Elektrohandwerke sind auch nach zwei Jahren Pandemie sehr gut aufgestellt. Sie sind systemrelevant und erweisen sich damit als erfreulich krisenfest“, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi: „Das lässt uns mit Optimismus in die Zukunft schauen. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass hinsichtlich der Fachkräfteproblematik Handlungsbedarf besteht. Um die anstehenden Aufgaben, allen voran Digitalisierung und Energiewende, umzusetzen, braucht es ausreichend qualifiziertes elektro- handwerkliches Personal. Die Elektrohandwerke haben, was ein Wachstum aus eigener Kraft angeht, das Ende der Fahnenstange erreicht. Es braucht jetzt dringend die Unterstützung der Politik, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern!“

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